Das SKN-12D-Dynamikmodell

Das SKN-12D-Dynamikmodell

Ein Modell von Bewegung, Selbstorganisation, Steuerung und Sinn im zwölfdimensionalen Wirklichkeitsraum

1. Ausgangspunkt

Das SKN-12D-Dynamikmodell verbindet drei Betrachtungsebenen zu einem gemeinsamen Prozessmodell:

  1. die elementaren Bewegungsformen Strömung, Rauschen und Kreislauf (Schmieke)
  2. die drei Metaprinzipien der SynKyberNoetik – Synergetik, Kybernetik und Noetik,
  3. die vertikale Wirklichkeitsarchitektur des von Burkhard Heim inspirierten zwölfdimensionalen Weltbildes.

Das Modell fragt nicht nur:

Was geschieht?

sondern zugleich:

Wie entsteht Ordnung?
Wie wird sie gesteuert?
Woher erhält sie Richtung?
Und auf welcher Wirklichkeitsebene findet der jeweilige Prozess statt?

Damit unterscheidet sich das SKN-12D-Dynamikmodell von rein horizontalen Prozessmodellen. Es betrachtet Wirklichkeit gleichzeitig als Bewegung, Selbstorganisation, Regelung, Sinnvermittlung und Manifestation.

Seine Grundthese lautet:

Alles Lebendige besteht zugleich aus Stabilisierung, Offenheit und Vermittlung; es organisiert sich synergetisch, reguliert sich kybernetisch und erhält seine übergeordnete Entwicklungsrichtung noetisch. Diese Prozesse vollziehen sich horizontal innerhalb und vertikal zwischen unterschiedlichen Wirklichkeitsebenen.


2. Die drei elementaren Bewegungen

Am Anfang stehen drei Grundbewegungen:

Strömung

Strömung bewahrt.

Sie gibt einem System Richtung, Wiedererkennbarkeit und Kontinuität.

Ein Organismus, ein Mensch, eine Gemeinschaft oder eine Gesellschaft besitzt bevorzugte Zustände, auf die das System immer wieder zuläuft.

Strömung erzeugt deshalb:

  • Identität,
  • Gewohnheit,
  • Stabilität,
  • Wiederholung,
  • Attraktoren,
  • Erwartbarkeit.

Sie beantwortet die Frage:

Was bleibt?

Ohne Strömung gäbe es keine Identität.

Überwiegt sie jedoch, wird Stabilität zu Erstarrung.

Das System kann dann seine Vergangenheit immer wieder reproduzieren, obwohl seine bisherige Ordnung ihre Lebensfähigkeit verloren hat.


Rauschen

Rauschen öffnet.

Es bezeichnet Variation, Unbestimmtheit, Irritation und das Auftreten neuer Möglichkeiten.

Rauschen verhindert, dass ein System vollständig in seiner bisherigen Ordnung eingeschlossen bleibt.

Es ermöglicht:

  • Variation,
  • Kreativität,
  • Abweichung,
  • Überraschung,
  • Suchbewegung,
  • Neuordnung.

Es beantwortet die Frage:

Was könnte anders werden?

Ohne Rauschen gäbe es keine Entwicklung.

Überwiegt es jedoch, verliert das System seine Kohärenz.

Dann wird Offenheit zu Orientierungslosigkeit und Variation zu Zerfall.


Kreislauf

Kreislauf vermittelt.

Er verbindet Stabilität und Veränderung miteinander.

Ein lebendiges System besteht nicht dadurch fort, dass es unverändert bleibt, sondern dadurch, dass es sich durch Veränderung hindurch erhält.

Kreislauf bedeutet daher:

  • Wiederkehr,
  • Rückkopplung,
  • Rhythmus,
  • Austausch,
  • Verarbeitung,
  • Integration.

Er beantwortet die Frage:

Wie bleibt etwas im Wandel lebendig?

Der Kreislauf verhindert sowohl Erstarrung als auch Zerfall.

Er verbindet:

Bewahren ↔ Verändern

und damit:

Strömung ↔ Rauschen

Im zugrunde gelegten Text werden diese drei Bewegungsformen entsprechend als Richtung und Wiedererkennbarkeit, Offenheit und Unterscheidung sowie als lebendige Vermittlung charakterisiert.


3. Die erste Ebene des SKN-12D-Modells: Bewegungsgrammatik

Strömung, Rauschen und Kreislauf bilden die elementare Bewegungsgrammatik des Modells.

Sie beantworten noch nicht, ob ein Prozess sinnvoll, gesund oder entwicklungsfördernd ist.

Sie beschreiben zunächst lediglich, wie sich ein System bewegt.

Die Grundstruktur lautet:

STRÖMUNG

Stabilisierung des Gewordenen

KREISLAUF

Vermittlung und Integration

RAUSCHEN

Öffnung des Möglichen

Diese drei Bewegungsformen sind nicht voneinander isoliert.

Jeder reale Zustand entsteht aus ihrem jeweiligen Verhältnis.

Eine gesunde Dynamik benötigt deshalb nicht die Ausschaltung einer der drei Kräfte, sondern ihre kohärente Relation.


4. Die zweite Ebene: SynKyberNoetik

Die drei elementaren Bewegungen reichen jedoch nicht aus, um komplexe Entwicklung zu erklären.

Dafür treten drei übergeordnete Prinzipien hinzu:

Synergetik – Kybernetik – Noetik.

Sie bilden nicht drei weitere Bewegungen neben Strömung, Rauschen und Kreislauf.

Sie stellen vielmehr Metafunktionen dar.


4.1 Synergetik – Organisation

Die Synergetik beantwortet:

Wie entsteht aus vielen Wechselwirkungen eine neue Ordnung?

Strömung, Rauschen und Kreislauf wirken nicht isoliert.

Sie koppeln sich.

Aus dieser Kopplung können neue Muster, Ordnungsparameter und Attraktoren hervorgehen.

Synergetik beschreibt deshalb:

**Variation

  • Wechselwirkung
  • Rückkopplung
    → Selbstorganisation
    → neue Kohärenz**

Ihre Grundfunktion lautet:

Synergetik organisiert.

Rauschen eröffnet Möglichkeiten.

Strömungen verstärken bestimmte Möglichkeiten.

Kreisläufe stabilisieren die entstehende Ordnung.

So wird aus ungeordneter Vielfalt eine neue Struktur.


4.2 Kybernetik – Steuerung

Die Kybernetik beantwortet:

Wie erkennt und korrigiert ein System Abweichungen?

Sie fügt dem Kreislauf eine entscheidende Qualität hinzu:

den Sollwert.

Ein bloßer Kreislauf kann endlos dieselbe dysfunktionale Bewegung wiederholen.

Ein kybernetischer Regelkreis dagegen vergleicht:

Soll

Ist

Aus der Differenz entsteht ein Korrekturimpuls.

Der Grundprozess lautet:

Sollwert

Ist-Wahrnehmung

Soll-Ist-Differenz

Korrektur

neuer Zustand

erneute Rückmeldung

Die Grundfunktion lautet:

Kybernetik steuert.

Sie beantwortet jedoch noch nicht die letzte Frage:

Woher kommt der Sollwert?


4.3 Noetik – Orientierung

Hier beginnt die noetische Ebene.

Noetik fragt:

Welche Richtung entspricht dem tieferen Sinn des Systems?

Sie liefert nicht bloß einen weiteren Regelmechanismus, sondern die Orientierung der Regelung selbst.

Ihre Grundfunktion lautet:

Noetik orientiert.

Damit unterscheidet sich noetische Richtung grundsätzlich von bloßer Strömung.

Strömung zeigt:

Wohin zieht mich meine bisherige Struktur?

Noetik fragt:

Wohin weist meine mögliche Entwicklung?

Die beiden Richtungen können übereinstimmen.

Sie können sich aber auch widersprechen.

Gerade daraus entsteht Transformation.


5. Ist-Attraktor und Soll-Attraktor

Das SKN-12D-Modell unterscheidet deshalb zwei Arten von Richtung.

Der Ist-Attraktor

Er entsteht aus der bisherigen Geschichte eines Systems.

Er verkörpert:

  • Gewohnheiten,
  • vorhandene Strukturen,
  • Identität,
  • gelernte Reaktionen,
  • bestehende Ordnungen.

Er gehört wesentlich zur Strömung.


Der Soll-Attraktor

Er bezeichnet dagegen eine mögliche zukünftige Ordnung.

Er kann aus einer übergeordneten Orientierung hervorgehen.

Er gehört wesentlich zur Verbindung von:

Noetik + Kybernetik + Synergetik.

Damit lautet die Entwicklungsbewegung:

bisheriger Attraktor

noetischer Impuls

neuer Sollwert

Soll-Ist-Spannung

Destabilisierung

Rauschen / Möglichkeitsöffnung

synergetische Neuordnung

neuer Attraktor

kybernetische Stabilisierung

Transformation bedeutet daher nicht, die Strömung abzuschaffen.

Transformation bedeutet:

eine neue Strömung hervorzubringen.


6. Die dritte Ebene: der zwölfdimensionale Wirklichkeitsraum

Die dritte Ebene des Modells beschreibt, wo diese Prozesse stattfinden.

Im hier verwendeten SKN-12D-Weltbild wird die Wirklichkeit in vier große Bereiche gegliedert:

G4 – geistig-noetischer Hintergrundraum

x12 – Weltengeist
x11 – kollektive Geistseele
x10 – individuelle Geistseele
x9 – Absicht

I2 – Informations- und Bewusstseinsraum

x8 – intuitives Bewusstsein
x7 – reflektives Bewusstsein

S2 – strukturell-organisatorischer Raum

x6 – Maxim / Telezentrum / Steuerungsprinzip
x5 – Bauplan / Struktur

R4 – physischer Raum

x4 – Zeit
x3–x1 – physisch-räumliche Manifestation

Diese Zuordnung ist die innerhalb der SynKyberNoetik verwendete Interpretation des zwölfdimensionalen Modells.


7. Die vertikale Achse

Die zwölf Dimensionen bilden eine vertikale Achse.

Sie beschreibt die Bewegung zwischen:

Sinn

Absicht

Bewusstsein

Information

Organisation

Struktur

Manifestation

Diese Bewegung kann in zwei Richtungen gelesen werden.


Von oben nach unten: Manifestation

Die absteigende Bewegung lautet:

Geist → Absicht → Information → Struktur → Ereignis

Sie beschreibt, wie aus einer zunächst nicht-physischen Orientierung eine konkrete Gestalt entstehen kann.

In der Sprache der SynKyberNoetik:

NOETIK

gibt Richtung

KYBERNETIK

übersetzt Richtung in Steuerung

SYNERGETIK

organisiert die konkrete Formbildung

PHYSIS

manifestiert das Ergebnis.


8. Von unten nach oben: Erkenntnis

Die Gegenbewegung verläuft:

Ereignis

Wahrnehmung

Information

Bewertung

Bewusstsein

Erkenntnis

Sinn

Hier wird die physische Wirklichkeit zur Rückmeldung.

Das System erfährt:

Was ist tatsächlich geschehen?

Damit entsteht der kybernetische Rückkanal.

Die vertikale Bewegung ist deshalb kein Einbahnprozess.

Sie bildet einen großen Regelkreis:

Manifestation ↓
Erfahrung ↑

Oder noch kürzer:

Geist wird Welt – Welt wird Erkenntnis.


9. Die horizontale Achse

Auf jeder Wirklichkeitsebene wirken gleichzeitig die drei elementaren Bewegungen:

Strömung – Kreislauf – Rauschen.

Das ist die horizontale Dimension des SKN-12D-Modells.

Beispielsweise im reflektierenden Bewusstsein x7:

Strömung:
bestehende Gedankenmuster.

Rauschen:
neue Einfälle, Irritationen, Abweichungen.

Kreislauf:
Reflexion und erneute Verarbeitung.

Auf x5:

Strömung:
bestehende Struktur.

Rauschen:
strukturelle Variation.

Kreislauf:
Reorganisation.

Im Körper:

Strömung:
Homöostase und Gewohnheitsmuster.

Rauschen:
Störungen und Schwankungen.

Kreislauf:
physiologische Regulation.

Damit gilt:

Die drei Kräfte wirken horizontal auf jeder Dimension; SynKyberNoetik verbindet diese horizontalen Dynamiken vertikal miteinander.


10. Die Kreuzstruktur des Modells

Das SKN-12D-Modell besitzt daher eine Kreuzstruktur.

Vertikal

Sinn ↕ Manifestation

Die vertikale Achse verbindet:

x12 ↔ x1

Sie beantwortet:

Woher kommt Richtung und wie wird sie Wirklichkeit?


Horizontal

Stabilität ↔ Offenheit

Die horizontale Achse verbindet:

Strömung ↔ Kreislauf ↔ Rauschen

Sie beantwortet:

Wie bewegt und verändert sich ein Zustand?


Kybernetisch

Zwischen beiden Achsen wirkt Steuerung:

Entspricht die horizontale Wirklichkeit noch der vertikalen Orientierung?

Damit wird der Soll-Ist-Vergleich zur Vermittlung zwischen vertikalem Sinn und horizontalem Geschehen.


11. Kohärenz als Integrationszustand

Der zentrale Zielzustand des Modells ist nicht Starrheit, sondern Kohärenz.

Kohärenz bedeutet:

Strömung ist vorhanden, ohne zu erstarren.

Rauschen ist vorhanden, ohne das System aufzulösen.

Kreisläufe bleiben offen und beweglich.

Synergetische Selbstorganisation funktioniert.

Kybernetische Rückmeldung bleibt unverzerrt.

Noetische Orientierung bleibt zugänglich.

Die vertikalen Ebenen widersprechen den horizontalen Handlungen nicht dauerhaft.

Kohärenz bedeutet deshalb:

Die Teile, Ebenen und Bewegungen eines Systems stehen in einer solchen Beziehung zueinander, dass Stabilität und Entwicklung gleichzeitig möglich werden.

Kohärenz ist also nicht Ruhe.

Sie ist:

geordnete Beweglichkeit.


12. Inkohärenz

Inkohärenz kann an unterschiedlichen Stellen entstehen.

Übermäßige Strömung

führt zu:

Fixierung – Starrheit – Wiederholungszwang

Übermäßiges Rauschen

führt zu:

Fragmentierung – Unordnung – Orientierungslosigkeit

Verengter Kreislauf

führt zu:

Selbstverstärkung – geschlossene Schleifen – Wiederholungsmuster

Gestörte Synergetik

führt zu:

fehlender Selbstorganisation

Gestörte Kybernetik

führt zu:

falscher Rückmeldung oder falschen Sollwerten

Gestörte Noetik

führt zu:

Richtungsverlust und Sinnentkopplung

Damit kann ein System äußerlich hoch organisiert und dennoch tief inkohärent sein.

Es kann kybernetisch effizient funktionieren und dennoch einem ungeeigneten Sollwert folgen.

Das SKN-12D-Modell unterscheidet deshalb ausdrücklich:

Effizienz ist nicht Kohärenz.

Und:

Steuerung ist noch keine Sinnorientierung.


13. Transformation und Knotenlinie

Besonders wichtig wird das Modell an Übergangspunkten.

Ein System kann über lange Zeit stabil erscheinen.

Seine Strömung hält den alten Attraktor aufrecht.

Gleichzeitig nehmen jedoch Abweichungen zu.

Der bisherige Regelkreis kann sie nicht mehr ausreichend kompensieren.

Das Rauschen steigt.

Die bisherige Ordnung verliert Kohärenz.

Es entsteht eine Knotenlinie.

Der Prozess lässt sich so darstellen:

1. stabile Ordnung

2. zunehmende Soll-Ist-Differenz

3. steigendes Rauschen

4. Verlust alter Kohärenz

5. Knotenlinie

6. Öffnung des Möglichkeitsraumes

7. noetische Neuorientierung

8. synergetische Ordnungsbildung

9. neuer Attraktor

10. kybernetische Stabilisierung

Eine Krise ist damit nicht automatisch Krankheit oder Zerfall.

Sie kann auch anzeigen:

Die alte Ordnung kann den neuen Entwicklungsimpuls nicht mehr tragen.


14. Das Rauschen an der Knotenlinie

Damit verändert sich auch die Bedeutung des Rauschens.

In stabilen Phasen erscheint Rauschen als Abweichung.

An einer Knotenlinie kann dasselbe Rauschen zum Träger des Neuen werden.

Das System beginnt Möglichkeiten auszuprobieren.

Was zuvor als Störung galt, kann Bestandteil einer neuen Ordnung werden.

Deshalb lautet ein grundlegendes Prinzip des SKN-12D-Modells:

Nicht jede Störung muss beseitigt werden. Manche Störungen zeigen an, dass eine höhere Ordnung entstehen will.

Allerdings darf daraus nicht geschlossen werden, jedes Rauschen sei bedeutungsvoll.

Das Modell unterscheidet deshalb zwischen:

horizontalem Rauschen

ungeordneter Variation innerhalb einer Ebene

und

möglichem vertikalem Impuls

Information aus einer übergeordneten Ebene, deren Zusammenhang auf der unteren Ebene noch nicht erkannt wird.

Ein intuitiver Einfall kann beispielsweise auf x7 zunächst wie eine zufällige Abweichung erscheinen, während er innerhalb des Modells als Impuls aus x8 oder x9 interpretiert werden könnte.

Diese zweite Lesart ist eine spezifische noetische Hypothese des SKN-12D-Modells.


15. Sechs Grundfunktionen des Gesamtmodells

Das gesamte Modell kann auf sechs Grundfunktionen reduziert werden:

Prinzip Funktion Leitfrage
Strömung Bewahrung Was bleibt?
Rauschen Öffnung Was kann anders werden?
Kreislauf Vermittlung Wie bleibt das System im Wandel lebendig?
Synergetik Organisation Welche neue Ordnung entsteht?
Kybernetik Steuerung Wie wird Abweichung erkannt und korrigiert?
Noetik Orientierung Wohin und wozu entwickelt sich das System?

Die zwölf Dimensionen beantworten ergänzend:

Auf welcher Wirklichkeitsebene geschieht dies?


16. Die Grundformel des SKN-12D-Dynamikmodells

Das Modell lässt sich deshalb in einer einzigen Folge ausdrücken:

Strömung bewahrt.
Rauschen öffnet.
Kreislauf vermittelt.
Synergetik organisiert.
Kybernetik steuert.
Noetik orientiert.

In Verbindung mit dem dimensionalen Weltbild lautet die erweiterte Formel:

Horizontal erzeugen Strömung, Rauschen und Kreislauf die Dynamik des Lebendigen.
Synergetik bringt aus dieser Dynamik Ordnung hervor.
Kybernetik reguliert die entstandene Ordnung anhand von Soll-Ist-Beziehungen.
Noetik gibt der Regulation übergeordnete Orientierung.
Vertikal vermittelt sich diese Orientierung durch die zwölf Wirklichkeitsebenen bis zur physischen Manifestation und kehrt über Erfahrung und Erkenntnis als Rückmeldung zurück.


17. Der vollständige SKN-12D-Prozess

In seiner umfassendsten Form lautet der Prozess:

NOETISCHER SINN

x12–x9

ABSICHT

BEWUSSTSEIN UND INFORMATION

x8–x7

SOLLWERTBILDUNG

KYBERNETISCHE STEUERUNG

x6

SYNERGETISCHE ORDNUNGSBILDUNG

STRUKTUR / BAUPLAN

x5

PHYSISCHE MANIFESTATION

x4–x1

ERFAHRUNG

RÜCKMELDUNG

BEWUSSTWERDUNG

ERKENNTNIS

KORREKTUR ODER BESTÄTIGUNG DER ORIENTIERUNG

Während dieses gesamten vertikalen Kreislaufs wirken auf jeder Ebene horizontal:

STRÖMUNG ↔ KREISLAUF ↔ RAUSCHEN

Damit entsteht kein statisches zwölfstöckiges Weltgebäude, sondern ein lebendes multidimensionales Regulationsfeld.


18. Der Mensch im SKN-12D-Modell

Der Mensch ist in diesem Modell nicht nur Körper.

Er ist gleichzeitig:

physisches Wesen,
Organismus,
Informationswesen,
Bewusstseinswesen
und geistig-noetisches Wesen.

Er lebt gleichzeitig in horizontalen und vertikalen Prozessen.

Horizontal muss er sein Leben stabilisieren und gleichzeitig für Neues offenbleiben.

Vertikal muss er unterscheiden zwischen:

dem, was ihn aufgrund seiner Vergangenheit zieht,

und

dem, was aus einer tieferen Orientierung werden möchte.

Daraus ergibt sich eine neue Definition menschlicher Entwicklung:

Entwicklung bedeutet, die Strömung des Gewordenen wahrzunehmen, das Rauschen des Möglichen auszuhalten, die Kreisläufe des Lebens offenzuhalten, neue Ordnung synergetisch entstehen zu lassen, sie kybernetisch zu prüfen und sich noetisch an einem umfassenderen Sinn auszurichten.


19. Freiheit neu verstanden

Das Modell führt damit auch zu einem anderen Freiheitsbegriff.

Freiheit bedeutet nicht:

frei von Strömung zu sein.

Denn ohne Strömung gäbe es keine Identität.

Freiheit bedeutet auch nicht:

unbegrenztes Rauschen.

Denn vollständige Offenheit ohne Form wäre keine handlungsfähige Freiheit.

Freiheit bedeutet vielmehr:

die eigene Strömung erkennen zu können, ohne ihr vollständig ausgeliefert zu sein; Offenheit zuzulassen, ohne darin zu zerfallen; und aufgrund einer bewussteren Orientierung neue Attraktoren bilden zu können.

Freiheit ist deshalb:

die Fähigkeit zur bewussten Attraktortransformation.


20. Bewusstsein als Scharnier

Eine besondere Stellung nimmt das Bewusstsein ein.

Es verbindet horizontale und vertikale Dynamik.

Bewusstsein kann:

  • Strömung erkennen,
  • Rauschen wahrnehmen,
  • Kreisläufe beobachten,
  • Soll-Ist-Differenzen erfassen,
  • Bedeutungen unterscheiden,
  • neue Orientierung aufnehmen.

Damit wird Bewusstsein zum Scharnier zwischen Determination und Gestaltung.

Solange ein Mensch seine Strömungen nicht erkennt, erscheinen sie ihm als Wirklichkeit.

Sobald er sie beobachten kann, werden sie zu Mustern.

Und sobald Muster erkannt werden, können sie prinzipiell verändert werden.


21. Die Meta-Regel

Aus dem gesamten Modell lässt sich schließlich eine Meta-Regel ableiten:

Bewahre so viel Ordnung wie nötig.
Öffne so viel Möglichkeit wie möglich.
Halte die Kreisläufe lebendig.
Lasse neue Ordnung entstehen.
Prüfe sie an ihren Rückwirkungen.
Und richte sie immer wieder am übergeordneten Sinn aus.

Diese Regel gilt für:

den einzelnen Menschen,

Beziehungen,

Organisationen,

Gesellschaften

und kulturelle Transformationsprozesse.


22. Definition des SKN-12D-Dynamikmodells

Das Modell lässt sich abschließend so definieren:

Das SKN-12D-Dynamikmodell ist ein multidimensionales Prozessmodell, das Wirklichkeit als Zusammenspiel horizontaler Bewegungsdynamiken und vertikaler Sinn-, Informations-, Steuerungs- und Manifestationsprozesse beschreibt. Horizontal wirken Strömung, Rauschen und Kreislauf als Kräfte von Stabilisierung, Offenheit und Vermittlung. Synergetik organisiert ihre Wechselwirkungen zu neuen Ordnungen, Kybernetik reguliert diese Ordnungen anhand von Rückkopplung und Soll-Ist-Vergleich, und Noetik richtet den Gesamtprozess auf übergeordnete Sinn- und Entwicklungsmöglichkeiten aus. Die zwölf Dimensionen bilden dabei den vertikalen Wirklichkeitsraum, innerhalb dessen geistige Orientierung in physische Gestalt übergeht und physische Erfahrung über Bewusstsein und Erkenntnis zurückgeführt wird.

Seine kürzeste Formel lautet:

Strömung bewahrt.
Rauschen öffnet.
Kreislauf vermittelt.
Synergetik organisiert.
Kybernetik steuert.
Noetik orientiert.
Die zwölf Dimensionen verbinden Sinn und Wirklichkeit.

Oder als Gesamtbewegung:

Aus Sinn wird Absicht.
Aus Absicht wird Information.
Aus Information wird Ordnung.
Aus Ordnung wird Gestalt.
Aus Gestalt wird Erfahrung.
Aus Erfahrung wird Erkenntnis.
Und aus Erkenntnis entsteht eine neue, bewusstere Ausrichtung.

Das ist der Kreislauf der SynKyberNoetik im zwölfdimensionalen Wirklichkeitsraum.

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