Das SKN-12D-Dynamikmodell
Das SKN-12D-Dynamikmodell
Ein Modell von Bewegung, Selbstorganisation, Steuerung und Sinn im zwölfdimensionalen Wirklichkeitsraum
1. Ausgangspunkt
Das SKN-12D-Dynamikmodell verbindet drei Betrachtungsebenen zu einem gemeinsamen Prozessmodell:
- die elementaren Bewegungsformen Strömung, Rauschen und Kreislauf (Schmieke)
- die drei Metaprinzipien der SynKyberNoetik – Synergetik, Kybernetik und Noetik,
- die vertikale Wirklichkeitsarchitektur des von Burkhard Heim inspirierten zwölfdimensionalen Weltbildes.
Das Modell fragt nicht nur:
Was geschieht?
sondern zugleich:
Wie entsteht Ordnung?
Wie wird sie gesteuert?
Woher erhält sie Richtung?
Und auf welcher Wirklichkeitsebene findet der jeweilige Prozess statt?
Damit unterscheidet sich das SKN-12D-Dynamikmodell von rein horizontalen Prozessmodellen. Es betrachtet Wirklichkeit gleichzeitig als Bewegung, Selbstorganisation, Regelung, Sinnvermittlung und Manifestation.
Seine Grundthese lautet:
Alles Lebendige besteht zugleich aus Stabilisierung, Offenheit und Vermittlung; es organisiert sich synergetisch, reguliert sich kybernetisch und erhält seine übergeordnete Entwicklungsrichtung noetisch. Diese Prozesse vollziehen sich horizontal innerhalb und vertikal zwischen unterschiedlichen Wirklichkeitsebenen.
2. Die drei elementaren Bewegungen
Am Anfang stehen drei Grundbewegungen:
Strömung
Strömung bewahrt.
Sie gibt einem System Richtung, Wiedererkennbarkeit und Kontinuität.
Ein Organismus, ein Mensch, eine Gemeinschaft oder eine Gesellschaft besitzt bevorzugte Zustände, auf die das System immer wieder zuläuft.
Strömung erzeugt deshalb:
- Identität,
- Gewohnheit,
- Stabilität,
- Wiederholung,
- Attraktoren,
- Erwartbarkeit.
Sie beantwortet die Frage:
Was bleibt?
Ohne Strömung gäbe es keine Identität.
Überwiegt sie jedoch, wird Stabilität zu Erstarrung.
Das System kann dann seine Vergangenheit immer wieder reproduzieren, obwohl seine bisherige Ordnung ihre Lebensfähigkeit verloren hat.
Rauschen
Rauschen öffnet.
Es bezeichnet Variation, Unbestimmtheit, Irritation und das Auftreten neuer Möglichkeiten.
Rauschen verhindert, dass ein System vollständig in seiner bisherigen Ordnung eingeschlossen bleibt.
Es ermöglicht:
- Variation,
- Kreativität,
- Abweichung,
- Überraschung,
- Suchbewegung,
- Neuordnung.
Es beantwortet die Frage:
Was könnte anders werden?
Ohne Rauschen gäbe es keine Entwicklung.
Überwiegt es jedoch, verliert das System seine Kohärenz.
Dann wird Offenheit zu Orientierungslosigkeit und Variation zu Zerfall.
Kreislauf
Kreislauf vermittelt.
Er verbindet Stabilität und Veränderung miteinander.
Ein lebendiges System besteht nicht dadurch fort, dass es unverändert bleibt, sondern dadurch, dass es sich durch Veränderung hindurch erhält.
Kreislauf bedeutet daher:
- Wiederkehr,
- Rückkopplung,
- Rhythmus,
- Austausch,
- Verarbeitung,
- Integration.
Er beantwortet die Frage:
Wie bleibt etwas im Wandel lebendig?
Der Kreislauf verhindert sowohl Erstarrung als auch Zerfall.
Er verbindet:
Bewahren ↔ Verändern
und damit:
Strömung ↔ Rauschen
Im zugrunde gelegten Text werden diese drei Bewegungsformen entsprechend als Richtung und Wiedererkennbarkeit, Offenheit und Unterscheidung sowie als lebendige Vermittlung charakterisiert.
3. Die erste Ebene des SKN-12D-Modells: Bewegungsgrammatik
Strömung, Rauschen und Kreislauf bilden die elementare Bewegungsgrammatik des Modells.
Sie beantworten noch nicht, ob ein Prozess sinnvoll, gesund oder entwicklungsfördernd ist.
Sie beschreiben zunächst lediglich, wie sich ein System bewegt.
Die Grundstruktur lautet:
STRÖMUNG
Stabilisierung des Gewordenen
↕
KREISLAUF
Vermittlung und Integration
↕
RAUSCHEN
Öffnung des Möglichen
Diese drei Bewegungsformen sind nicht voneinander isoliert.
Jeder reale Zustand entsteht aus ihrem jeweiligen Verhältnis.
Eine gesunde Dynamik benötigt deshalb nicht die Ausschaltung einer der drei Kräfte, sondern ihre kohärente Relation.
4. Die zweite Ebene: SynKyberNoetik
Die drei elementaren Bewegungen reichen jedoch nicht aus, um komplexe Entwicklung zu erklären.
Dafür treten drei übergeordnete Prinzipien hinzu:
Synergetik – Kybernetik – Noetik.
Sie bilden nicht drei weitere Bewegungen neben Strömung, Rauschen und Kreislauf.
Sie stellen vielmehr Metafunktionen dar.
4.1 Synergetik – Organisation
Die Synergetik beantwortet:
Wie entsteht aus vielen Wechselwirkungen eine neue Ordnung?
Strömung, Rauschen und Kreislauf wirken nicht isoliert.
Sie koppeln sich.
Aus dieser Kopplung können neue Muster, Ordnungsparameter und Attraktoren hervorgehen.
Synergetik beschreibt deshalb:
**Variation
- Wechselwirkung
- Rückkopplung
→ Selbstorganisation
→ neue Kohärenz**
Ihre Grundfunktion lautet:
Synergetik organisiert.
Rauschen eröffnet Möglichkeiten.
Strömungen verstärken bestimmte Möglichkeiten.
Kreisläufe stabilisieren die entstehende Ordnung.
So wird aus ungeordneter Vielfalt eine neue Struktur.
4.2 Kybernetik – Steuerung
Die Kybernetik beantwortet:
Wie erkennt und korrigiert ein System Abweichungen?
Sie fügt dem Kreislauf eine entscheidende Qualität hinzu:
den Sollwert.
Ein bloßer Kreislauf kann endlos dieselbe dysfunktionale Bewegung wiederholen.
Ein kybernetischer Regelkreis dagegen vergleicht:
Soll
↕
Ist
Aus der Differenz entsteht ein Korrekturimpuls.
Der Grundprozess lautet:
Sollwert
↓
Ist-Wahrnehmung
↓
Soll-Ist-Differenz
↓
Korrektur
↓
neuer Zustand
↓
erneute Rückmeldung
Die Grundfunktion lautet:
Kybernetik steuert.
Sie beantwortet jedoch noch nicht die letzte Frage:
Woher kommt der Sollwert?
4.3 Noetik – Orientierung
Hier beginnt die noetische Ebene.
Noetik fragt:
Welche Richtung entspricht dem tieferen Sinn des Systems?
Sie liefert nicht bloß einen weiteren Regelmechanismus, sondern die Orientierung der Regelung selbst.
Ihre Grundfunktion lautet:
Noetik orientiert.
Damit unterscheidet sich noetische Richtung grundsätzlich von bloßer Strömung.
Strömung zeigt:
Wohin zieht mich meine bisherige Struktur?
Noetik fragt:
Wohin weist meine mögliche Entwicklung?
Die beiden Richtungen können übereinstimmen.
Sie können sich aber auch widersprechen.
Gerade daraus entsteht Transformation.
5. Ist-Attraktor und Soll-Attraktor
Das SKN-12D-Modell unterscheidet deshalb zwei Arten von Richtung.
Der Ist-Attraktor
Er entsteht aus der bisherigen Geschichte eines Systems.
Er verkörpert:
- Gewohnheiten,
- vorhandene Strukturen,
- Identität,
- gelernte Reaktionen,
- bestehende Ordnungen.
Er gehört wesentlich zur Strömung.
Der Soll-Attraktor
Er bezeichnet dagegen eine mögliche zukünftige Ordnung.
Er kann aus einer übergeordneten Orientierung hervorgehen.
Er gehört wesentlich zur Verbindung von:
Noetik + Kybernetik + Synergetik.
Damit lautet die Entwicklungsbewegung:
bisheriger Attraktor
↓
noetischer Impuls
↓
neuer Sollwert
↓
Soll-Ist-Spannung
↓
Destabilisierung
↓
Rauschen / Möglichkeitsöffnung
↓
synergetische Neuordnung
↓
neuer Attraktor
↓
kybernetische Stabilisierung
Transformation bedeutet daher nicht, die Strömung abzuschaffen.
Transformation bedeutet:
eine neue Strömung hervorzubringen.
6. Die dritte Ebene: der zwölfdimensionale Wirklichkeitsraum
Die dritte Ebene des Modells beschreibt, wo diese Prozesse stattfinden.
Im hier verwendeten SKN-12D-Weltbild wird die Wirklichkeit in vier große Bereiche gegliedert:
G4 – geistig-noetischer Hintergrundraum
x12 – Weltengeist
x11 – kollektive Geistseele
x10 – individuelle Geistseele
x9 – Absicht
I2 – Informations- und Bewusstseinsraum
x8 – intuitives Bewusstsein
x7 – reflektives Bewusstsein
S2 – strukturell-organisatorischer Raum
x6 – Maxim / Telezentrum / Steuerungsprinzip
x5 – Bauplan / Struktur
R4 – physischer Raum
x4 – Zeit
x3–x1 – physisch-räumliche Manifestation
Diese Zuordnung ist die innerhalb der SynKyberNoetik verwendete Interpretation des zwölfdimensionalen Modells.
7. Die vertikale Achse
Die zwölf Dimensionen bilden eine vertikale Achse.
Sie beschreibt die Bewegung zwischen:
Sinn
↓
Absicht
↓
Bewusstsein
↓
Information
↓
Organisation
↓
Struktur
↓
Manifestation
Diese Bewegung kann in zwei Richtungen gelesen werden.
Von oben nach unten: Manifestation
Die absteigende Bewegung lautet:
Geist → Absicht → Information → Struktur → Ereignis
Sie beschreibt, wie aus einer zunächst nicht-physischen Orientierung eine konkrete Gestalt entstehen kann.
In der Sprache der SynKyberNoetik:
NOETIK
gibt Richtung
↓
übersetzt Richtung in Steuerung
↓
SYNERGETIK
organisiert die konkrete Formbildung
↓
PHYSIS
manifestiert das Ergebnis.
8. Von unten nach oben: Erkenntnis
Die Gegenbewegung verläuft:
Ereignis
↑
Wahrnehmung
↑
Information
↑
Bewertung
↑
Bewusstsein
↑
Erkenntnis
↑
Sinn
Hier wird die physische Wirklichkeit zur Rückmeldung.
Das System erfährt:
Was ist tatsächlich geschehen?
Damit entsteht der kybernetische Rückkanal.
Die vertikale Bewegung ist deshalb kein Einbahnprozess.
Sie bildet einen großen Regelkreis:
Manifestation ↓
Erfahrung ↑
Oder noch kürzer:
Geist wird Welt – Welt wird Erkenntnis.
9. Die horizontale Achse
Auf jeder Wirklichkeitsebene wirken gleichzeitig die drei elementaren Bewegungen:
Strömung – Kreislauf – Rauschen.
Das ist die horizontale Dimension des SKN-12D-Modells.
Beispielsweise im reflektierenden Bewusstsein x7:
Strömung:
bestehende Gedankenmuster.
Rauschen:
neue Einfälle, Irritationen, Abweichungen.
Kreislauf:
Reflexion und erneute Verarbeitung.
Auf x5:
Strömung:
bestehende Struktur.
Rauschen:
strukturelle Variation.
Kreislauf:
Reorganisation.
Im Körper:
Strömung:
Homöostase und Gewohnheitsmuster.
Rauschen:
Störungen und Schwankungen.
Kreislauf:
physiologische Regulation.
Damit gilt:
Die drei Kräfte wirken horizontal auf jeder Dimension; SynKyberNoetik verbindet diese horizontalen Dynamiken vertikal miteinander.
10. Die Kreuzstruktur des Modells
Das SKN-12D-Modell besitzt daher eine Kreuzstruktur.
Vertikal
Sinn ↕ Manifestation
Die vertikale Achse verbindet:
x12 ↔ x1
Sie beantwortet:
Woher kommt Richtung und wie wird sie Wirklichkeit?
Horizontal
Stabilität ↔ Offenheit
Die horizontale Achse verbindet:
Strömung ↔ Kreislauf ↔ Rauschen
Sie beantwortet:
Wie bewegt und verändert sich ein Zustand?
Kybernetisch
Zwischen beiden Achsen wirkt Steuerung:
Entspricht die horizontale Wirklichkeit noch der vertikalen Orientierung?
Damit wird der Soll-Ist-Vergleich zur Vermittlung zwischen vertikalem Sinn und horizontalem Geschehen.
11. Kohärenz als Integrationszustand
Der zentrale Zielzustand des Modells ist nicht Starrheit, sondern Kohärenz.
Kohärenz bedeutet:
Strömung ist vorhanden, ohne zu erstarren.
Rauschen ist vorhanden, ohne das System aufzulösen.
Kreisläufe bleiben offen und beweglich.
Synergetische Selbstorganisation funktioniert.
Kybernetische Rückmeldung bleibt unverzerrt.
Noetische Orientierung bleibt zugänglich.
Die vertikalen Ebenen widersprechen den horizontalen Handlungen nicht dauerhaft.
Kohärenz bedeutet deshalb:
Die Teile, Ebenen und Bewegungen eines Systems stehen in einer solchen Beziehung zueinander, dass Stabilität und Entwicklung gleichzeitig möglich werden.
Kohärenz ist also nicht Ruhe.
Sie ist:
geordnete Beweglichkeit.
12. Inkohärenz
Inkohärenz kann an unterschiedlichen Stellen entstehen.
Übermäßige Strömung
führt zu:
Fixierung – Starrheit – Wiederholungszwang
Übermäßiges Rauschen
führt zu:
Fragmentierung – Unordnung – Orientierungslosigkeit
Verengter Kreislauf
führt zu:
Selbstverstärkung – geschlossene Schleifen – Wiederholungsmuster
Gestörte Synergetik
führt zu:
fehlender Selbstorganisation
Gestörte Kybernetik
führt zu:
falscher Rückmeldung oder falschen Sollwerten
Gestörte Noetik
führt zu:
Richtungsverlust und Sinnentkopplung
Damit kann ein System äußerlich hoch organisiert und dennoch tief inkohärent sein.
Es kann kybernetisch effizient funktionieren und dennoch einem ungeeigneten Sollwert folgen.
Das SKN-12D-Modell unterscheidet deshalb ausdrücklich:
Effizienz ist nicht Kohärenz.
Und:
Steuerung ist noch keine Sinnorientierung.
13. Transformation und Knotenlinie
Besonders wichtig wird das Modell an Übergangspunkten.
Ein System kann über lange Zeit stabil erscheinen.
Seine Strömung hält den alten Attraktor aufrecht.
Gleichzeitig nehmen jedoch Abweichungen zu.
Der bisherige Regelkreis kann sie nicht mehr ausreichend kompensieren.
Das Rauschen steigt.
Die bisherige Ordnung verliert Kohärenz.
Es entsteht eine Knotenlinie.
Der Prozess lässt sich so darstellen:
1. stabile Ordnung
↓
2. zunehmende Soll-Ist-Differenz
↓
3. steigendes Rauschen
↓
4. Verlust alter Kohärenz
↓
5. Knotenlinie
↓
6. Öffnung des Möglichkeitsraumes
↓
7. noetische Neuorientierung
↓
8. synergetische Ordnungsbildung
↓
9. neuer Attraktor
↓
10. kybernetische Stabilisierung
Eine Krise ist damit nicht automatisch Krankheit oder Zerfall.
Sie kann auch anzeigen:
Die alte Ordnung kann den neuen Entwicklungsimpuls nicht mehr tragen.
14. Das Rauschen an der Knotenlinie
Damit verändert sich auch die Bedeutung des Rauschens.
In stabilen Phasen erscheint Rauschen als Abweichung.
An einer Knotenlinie kann dasselbe Rauschen zum Träger des Neuen werden.
Das System beginnt Möglichkeiten auszuprobieren.
Was zuvor als Störung galt, kann Bestandteil einer neuen Ordnung werden.
Deshalb lautet ein grundlegendes Prinzip des SKN-12D-Modells:
Nicht jede Störung muss beseitigt werden. Manche Störungen zeigen an, dass eine höhere Ordnung entstehen will.
Allerdings darf daraus nicht geschlossen werden, jedes Rauschen sei bedeutungsvoll.
Das Modell unterscheidet deshalb zwischen:
horizontalem Rauschen
ungeordneter Variation innerhalb einer Ebene
und
möglichem vertikalem Impuls
Information aus einer übergeordneten Ebene, deren Zusammenhang auf der unteren Ebene noch nicht erkannt wird.
Ein intuitiver Einfall kann beispielsweise auf x7 zunächst wie eine zufällige Abweichung erscheinen, während er innerhalb des Modells als Impuls aus x8 oder x9 interpretiert werden könnte.
Diese zweite Lesart ist eine spezifische noetische Hypothese des SKN-12D-Modells.
15. Sechs Grundfunktionen des Gesamtmodells
Das gesamte Modell kann auf sechs Grundfunktionen reduziert werden:
| Prinzip | Funktion | Leitfrage |
|---|---|---|
| Strömung | Bewahrung | Was bleibt? |
| Rauschen | Öffnung | Was kann anders werden? |
| Kreislauf | Vermittlung | Wie bleibt das System im Wandel lebendig? |
| Synergetik | Organisation | Welche neue Ordnung entsteht? |
| Kybernetik | Steuerung | Wie wird Abweichung erkannt und korrigiert? |
| Noetik | Orientierung | Wohin und wozu entwickelt sich das System? |
Die zwölf Dimensionen beantworten ergänzend:
Auf welcher Wirklichkeitsebene geschieht dies?
16. Die Grundformel des SKN-12D-Dynamikmodells
Das Modell lässt sich deshalb in einer einzigen Folge ausdrücken:
Strömung bewahrt.
Rauschen öffnet.
Kreislauf vermittelt.
Synergetik organisiert.
Kybernetik steuert.
Noetik orientiert.
In Verbindung mit dem dimensionalen Weltbild lautet die erweiterte Formel:
Horizontal erzeugen Strömung, Rauschen und Kreislauf die Dynamik des Lebendigen.
Synergetik bringt aus dieser Dynamik Ordnung hervor.
Kybernetik reguliert die entstandene Ordnung anhand von Soll-Ist-Beziehungen.
Noetik gibt der Regulation übergeordnete Orientierung.
Vertikal vermittelt sich diese Orientierung durch die zwölf Wirklichkeitsebenen bis zur physischen Manifestation und kehrt über Erfahrung und Erkenntnis als Rückmeldung zurück.
17. Der vollständige SKN-12D-Prozess
In seiner umfassendsten Form lautet der Prozess:
NOETISCHER SINN
x12–x9
↓
ABSICHT
↓
BEWUSSTSEIN UND INFORMATION
x8–x7
↓
SOLLWERTBILDUNG
↓
KYBERNETISCHE STEUERUNG
x6
↓
SYNERGETISCHE ORDNUNGSBILDUNG
↓
STRUKTUR / BAUPLAN
x5
↓
PHYSISCHE MANIFESTATION
x4–x1
↓
ERFAHRUNG
↓
RÜCKMELDUNG
↓
BEWUSSTWERDUNG
↓
ERKENNTNIS
↓
KORREKTUR ODER BESTÄTIGUNG DER ORIENTIERUNG
Während dieses gesamten vertikalen Kreislaufs wirken auf jeder Ebene horizontal:
STRÖMUNG ↔ KREISLAUF ↔ RAUSCHEN
Damit entsteht kein statisches zwölfstöckiges Weltgebäude, sondern ein lebendes multidimensionales Regulationsfeld.
18. Der Mensch im SKN-12D-Modell
Der Mensch ist in diesem Modell nicht nur Körper.
Er ist gleichzeitig:
physisches Wesen,
Organismus,
Informationswesen,
Bewusstseinswesen
und geistig-noetisches Wesen.
Er lebt gleichzeitig in horizontalen und vertikalen Prozessen.
Horizontal muss er sein Leben stabilisieren und gleichzeitig für Neues offenbleiben.
Vertikal muss er unterscheiden zwischen:
dem, was ihn aufgrund seiner Vergangenheit zieht,
und
dem, was aus einer tieferen Orientierung werden möchte.
Daraus ergibt sich eine neue Definition menschlicher Entwicklung:
Entwicklung bedeutet, die Strömung des Gewordenen wahrzunehmen, das Rauschen des Möglichen auszuhalten, die Kreisläufe des Lebens offenzuhalten, neue Ordnung synergetisch entstehen zu lassen, sie kybernetisch zu prüfen und sich noetisch an einem umfassenderen Sinn auszurichten.
19. Freiheit neu verstanden
Das Modell führt damit auch zu einem anderen Freiheitsbegriff.
Freiheit bedeutet nicht:
frei von Strömung zu sein.
Denn ohne Strömung gäbe es keine Identität.
Freiheit bedeutet auch nicht:
unbegrenztes Rauschen.
Denn vollständige Offenheit ohne Form wäre keine handlungsfähige Freiheit.
Freiheit bedeutet vielmehr:
die eigene Strömung erkennen zu können, ohne ihr vollständig ausgeliefert zu sein; Offenheit zuzulassen, ohne darin zu zerfallen; und aufgrund einer bewussteren Orientierung neue Attraktoren bilden zu können.
Freiheit ist deshalb:
die Fähigkeit zur bewussten Attraktortransformation.
20. Bewusstsein als Scharnier
Eine besondere Stellung nimmt das Bewusstsein ein.
Es verbindet horizontale und vertikale Dynamik.
Bewusstsein kann:
- Strömung erkennen,
- Rauschen wahrnehmen,
- Kreisläufe beobachten,
- Soll-Ist-Differenzen erfassen,
- Bedeutungen unterscheiden,
- neue Orientierung aufnehmen.
Damit wird Bewusstsein zum Scharnier zwischen Determination und Gestaltung.
Solange ein Mensch seine Strömungen nicht erkennt, erscheinen sie ihm als Wirklichkeit.
Sobald er sie beobachten kann, werden sie zu Mustern.
Und sobald Muster erkannt werden, können sie prinzipiell verändert werden.
21. Die Meta-Regel
Aus dem gesamten Modell lässt sich schließlich eine Meta-Regel ableiten:
Bewahre so viel Ordnung wie nötig.
Öffne so viel Möglichkeit wie möglich.
Halte die Kreisläufe lebendig.
Lasse neue Ordnung entstehen.
Prüfe sie an ihren Rückwirkungen.
Und richte sie immer wieder am übergeordneten Sinn aus.
Diese Regel gilt für:
den einzelnen Menschen,
Beziehungen,
Organisationen,
Gesellschaften
und kulturelle Transformationsprozesse.
22. Definition des SKN-12D-Dynamikmodells
Das Modell lässt sich abschließend so definieren:
Das SKN-12D-Dynamikmodell ist ein multidimensionales Prozessmodell, das Wirklichkeit als Zusammenspiel horizontaler Bewegungsdynamiken und vertikaler Sinn-, Informations-, Steuerungs- und Manifestationsprozesse beschreibt. Horizontal wirken Strömung, Rauschen und Kreislauf als Kräfte von Stabilisierung, Offenheit und Vermittlung. Synergetik organisiert ihre Wechselwirkungen zu neuen Ordnungen, Kybernetik reguliert diese Ordnungen anhand von Rückkopplung und Soll-Ist-Vergleich, und Noetik richtet den Gesamtprozess auf übergeordnete Sinn- und Entwicklungsmöglichkeiten aus. Die zwölf Dimensionen bilden dabei den vertikalen Wirklichkeitsraum, innerhalb dessen geistige Orientierung in physische Gestalt übergeht und physische Erfahrung über Bewusstsein und Erkenntnis zurückgeführt wird.
Seine kürzeste Formel lautet:
Strömung bewahrt.
Rauschen öffnet.
Kreislauf vermittelt.
Synergetik organisiert.
Kybernetik steuert.
Noetik orientiert.
Die zwölf Dimensionen verbinden Sinn und Wirklichkeit.
Oder als Gesamtbewegung:
Aus Sinn wird Absicht.
Aus Absicht wird Information.
Aus Information wird Ordnung.
Aus Ordnung wird Gestalt.
Aus Gestalt wird Erfahrung.
Aus Erfahrung wird Erkenntnis.
Und aus Erkenntnis entsteht eine neue, bewusstere Ausrichtung.
Das ist der Kreislauf der SynKyberNoetik im zwölfdimensionalen Wirklichkeitsraum.
